RE: Scheidung wegen Blümchensex???
@Blue-Dolphin
ich habe mit großer Aufmerksamkeit deine Geschichte hier verfolgt. Erinnert mich zum großen Teil an meine Geschichte.
Geredet haben wir auch viel - nur nicht soviel über das Thema Sex (auch hier nahezu BlümchenSex), weiß nicht warum. Einige zaghafte Versuche, aber ich konnte meine Liebste oral beschmusen, aber ich habe sie zu keiner Zeit erreichen können, das kam vor einigen Monaten bei einer Paartherapie-Sitzung heraus.
Da war die Rede davon, dass sie sich überhaupt nicht vorstellen konnte, wie ich es geil finden könnte, sie mit dem Mund zu beschmusen, zu stimulieren, zu küssen, zu liebkosen usw. Außerdem stellte sie sich vor, dass sie schrecklich schmecken und riechen würde und so etwas sollte mich heiß machen?
Ja, das alles habe ich Jahre später erst erfahren von ihr, damals habe ich das offenbar immer wieder verdrängt und gedacht, das kommt schon noch.
Während unserer Beziehung (über 10 Jahre) bin ich langsam immer unzufriedener geworden, auch war bei uns Quantität nie ein Problem, aber die Qualität ... Abwechslung, andere schöne Dinge zusammen ausprobieren usw., war nur sehr schwer möglich. Bei einer unserer letzten sexuellen Begegnung habe ich sie gebeten, sich einmal mit dem Rücken abgewandt rittlings auf mich zu setzen, ich war fürchterlich erregt - da höre ich sie sagen: das tut dir doch nur weh, da war dann meine Lust vollends dahin.
Meine Fantasien gingen eigene - gedankliche Wege. Und eines Tages bin ich einer Frau (ausgerechnet bei einem Treffen in einem religiösen Freundeskreis) begegnet, wenige Tage später sahen wir uns noch einmal - und haben uns _nur_ umarmt - und mir wurde klar, zusammen mit dieser Frau werde ich mich auch körperlich, sexuell ausleben können und das hatte ich auch vor.
Ich habe meiner Frau davon sofort erzählt, aber sie kam in diesem neuen Abschnitt bereits nicht mehr vor. Wir waren bisher voneinander gewohnt, miteinander zu reden, wenn es Probleme gibt, aber hier hatte ich mich bereits entfernt und war für meine Frau nicht mehr zu erreichen.
Lediglich die Sitzung bei der Paartherapie habe ich mitgemacht und das Ergebnis hat mich dann sehr geschockt, weil ich es nicht gemerkt hatte oder merken wollte (s.o).
Soviel bis hierhin. Sicher, möglicherweise hätte es einen Weg geben können, mit viel Geduld, Zeit und gutem Willen. Aber durch eine ernsthafte Erkrankung 15 Monate zuvor lagen meine Nerven ziemlich blank, ich hatte Glück und kam mit einem "blauen Auge" davon. Und vielleicht hat das Thema Krankheit auch noch seinen Anteil daran gehabt, so zu reagieren, wie ich es getan habe. Es war anderseits sehr schmerzhaft, meiner Frau eine Trennung - gewißermassen über Nacht - anzutun, aber wer weiß, wieviel Zeit - auf die Krankheit bezogen - mir noch geblieben wäre. Heute denke ich da anders drüber, allerdings habe ich seinerzeit diese Entscheidung getroffen, weil ich keinen Ausweg sah.
BlueDolphin, wie ich oben schon geschrieben habe - ich entdecke sehr viele Parallelen zu deiner Geschichte. Wenn du an einen intensiveren Emailaustausch interessiert bist, nur zu.
Danke, dass ihr in diesem Thread so ehrlich geschrieben habt.
Nachdenkliche Grüße
Tski