RE: Psychose
Ja, ich bins schon wieder ;-)
Mal zur Erklärung: ich habe am PC einiges zu erledigen, seit Wochen schon in jeder freien Minute, und ich bin neugierig und gucke deshalb auch immer mal wieder hier herein.
Also ja, meine Tochter hat vor ihrer Psychose die Nacht zum Tag gemacht. Sie sagte, dass sie nachts besser lernen könne, dann hat sie aber die Vorlesungen am Tag verpennt. Ich habe sie gewarnt - oft - aber Du wirst selbst wissen, was die Mutter sagt MUSS Bevormundung sein
Kamen dann Freunde, wurde auch schnell mal der Schlaf ganz weggelassen,
Das mit dem Stoffwechsel im Gehirn ist so eine Sache. Manche sagen, die Stoffwechselstörung sei der Auslöser, andere sind der Ansicht, der Stoffwechsel würde durch den Stress und die Umstände durcheinander geraten, dadurch die Psychose auslösen und wiederum andere meinen durch die Psychose würde der Stoffwechsel durcheinander geraten. Keine Ahnung, jedenfalls regeln die Medis die Sache und das ist für mich erstmal wichtig.
Erblich kann es bei meiner Tochter nicht sein, denn in der ganzen Familie (und zurück) ist mir kein Fall bekannt.
Es kann aber durchaus sein, dass diese sogenannte Vulnerabilität ein Grund ist. Der eine hat ne "Elefantenhaut" und schüttelt die Ärgernisse des Alltags und auch die Probleme ab. Der andere, zu denen meine Tochter gehört (Du sicher auch) nimmt sich alles sehr zu Herzen. Ich weiss, dass das schon immer so war bei ihr. Vielleicht habe ich sie auch zu sehr bemuttert (Selbstanklage hoch drei), weil sie ein Nachzügler war. Obwohl ich so richtig nicht weiß, was falsch lief. Sie hat schon ziemlich zeitig ihre eigenen Entscheidungen getroffen, auch gegen unsere Ansichten manchmal. Vielleicht waren wir zu tolerant - aber wie macht mans richtig ??? Und sie war auch so selbstständig wie die meisten anderen. Sie war eigentlich immer der Sonnenschein der Familie, mir wäre lieber gewesen, sie hätte auch mal richtig auf den Tisch gehaun

Sie ist zu allen nett und freundlich, will niemanden kränken, (ist aber selbst sehr verletzlich und kann Kränkungen nur schwer ertragen) redet niemals schlecht von jemandem - also das Gegenteil einer Zicke - und wer sie zum Freund hat, der kann sich auf sie verlassen, sie gibt ihr "letztes Hemd" wie man so schön sagt. Niemals denkt sie von anderen schlecht, immer hat sie Entschuldigungne oder Erklärungen parat, wenn sich jemand daneben benimmt. (da bin ich anders)
Und das sage ich nicht, weil ich ihre Mutter bin - was hätte ich jetzt davon

) es ist halt so.
Als Medikament nimmt sie zur Zeit Risperdal 2 - 2mg. Aber ich habe von einem neuen Medikament gelesen Abilify, das soll weniger Nebenwirkungen haben und die Antriebslosigkeit beseitigen. Manche werden dadurch etwas unruhig, können auch schlecht schlafen (was mir wiederum zu denken gibt).
Aber sie wird das beim nächsten Psychiaterbesuch vorbringen, mal sehn.
Ausschleichen wäre noch zu früh, sie ist ja erst im September aus der Klinik entlassen worden.
Als gutes Buch könnte ich Dir noch "Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis" vom Bäuml und "Bevor die Stimmen wiederkommen" Autor fällt mir grad nicht ein empfehlen.
Diese beiden Bücher nehmen einem etwas die Angst, dadurch, dass sie erklären. Sind keine Erzählungen.
Ich wünschte nur, sie wäre bereit, eine Therapie zu machen, wogegen sie meint, Gespräche mit Freunden wären besser.
Jaaa, als Mama kann man nur registrieren und bereit stehen, falls man gebraucht wird.
So, jetzt mache ich mich wieder an die Arbeit
Ich wünschte nur, sie würde bald einen netten Mann kennen und lieben lernen, damit sie nicht so allein durchs Leben geht. Aber sie hält noch immer an dieser unglücklichen Liebe fest. :-(
LG