RE: Darmpilz
Viele Beschwerden wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Angst, Stimmungsschwankungen, Juckreiz, Brennen, kalte Hände und Füße, Muskel- und Gelenkschmerzen, tränende Augen, Augenbrennen, Ohrenschmerzen, trockener Mund, Blähungen, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall und Harndrang werden mit einer Candida albicans (eine Pilzart) Besiedlung des Verdauungstraktes in Verbindung gebracht. Auch wenn über die Zusammenhänge zwischen Darmflora und dem Organismus wenig bekannt ist, werden die Candida-assoziierten Beschwerden von der Mehrzahl der Fachleute (Mikrobiologen, Gastroenterologen) als rein spekulativ und völlig unbewiesen betrachtet.
Candida albicans im Stuhl gehört bei der mitteleuropäischen Bevölkerung zur normalen Darmflora dazu. Daher sind Maßnahmen zur Bekämpfung von Candida albicans bei Menschen mit normalem Immunsystem nicht erforderlich bzw. unsinnig. Lediglich bei einem stark geschwächten Immunsystem ist eine Behandlung sinnvoll, weil sonst die Gefahr besteht, dass der Pilz die Darmschleimhaut durchdringen und sich übers Blut im ganzen Körper ausbreiten kann.
Eine Kombination von einem pilzhemmendem Arzneimittel (Antimykotika) mit der sog. Anti-Pilzdiät soll die Pilzbesiedlung im Darm beseitigen bzw. einer Neubesiedlung vorbeugen. Diese Diät enthält wenig Zucker, süße Früchte, weil man davon ausgeht, dass Zucker die Pilzvermehrung begünstigt. Studien haben jedoch gezeigt, dass die Candida-Keimzahl nicht mit dem Zuckerverzehr in Verbindung steht, bzw. dass durch eine Anti-Pilzdiät nicht die Keimzahl reduziert werden kann.
Abschließend hierzu noch ein Statement der American Academy of Allergy and Immunolgy: „Das Konzept ist spekulativ und unbewiesen. Teile der empfohlenen Therapie, insbesondere die orale Langzeitbehandlung mit Antimykotika sogar gefährlich.“