RE: Abschied von einer Vertrauensperson
Hallo, marybeth!
Hier wie versprochen die "Langversion" meiner Antwort. Eigentlich müßte es heute klappen. Meine Schwester war noch nicht da, aber ich habe heute einen Glückstag. (Hoffentlich liegt es nicht daran, daß ich morgen Geburtstag habe).
Zunächst war die Sozialarbeiterin ein Jahr bei uns, dann ein Jahr woanders und jetzt wieder fast zwei Jahre bei uns.
Wenn auch von ihrer Seite ein intensiver Bezug ...
Das nehme ich sehr stark an. Einmal lag ich im Bett; ich weiß nicht warum. Eines Tages hörte ich sie sagen: "Ich muß doch mal sehen, was mein Kranker macht", und gleich darauf stand sie in meiner Tür.
Hast du mit ihr schon darüber gesprochen, wie schwer ... Ja, gleich bei der ersten Gelegenheit. Sie hatte noch eine Verlängerung bis Februar bekommen. Wieder fiel ich ihr um den Hals, aber diesmal, ohne hinterher zu weinen.
Hier liegt aber noch ein weiteres Problem: Vor knapp 2 ½ Jahren (April/Mai) war ich wieder mal in psychologischer Behandlung.
Es waren fünf Termine (nicht zehn, da es keine Verlängerung gab). Beim vierten Mal sagte mir die Psychologin, daß - je länger die Behandlung gedauert hat -auch der Abschied um so schwerer fällt. Ich finde, da hat sie recht. (Hier geht es aber nicht um WOCHEN, sondern um JAHRE).
Manchmal habe ich den Eindruck, daß es bald wieder ganz schlimm werden könnte (s. u.).
Es ist schon sehr schlimm, wenn man den einzigen ,,,
Eventuell gehört noch eine Schwester dazu, die heute wieder Spätschicht hat. Aber auch sie steht schon "auf der Kippe", obwohl ich zu ihr - wie zu einigen anderen - sehr viel Vertrauen habe.
Auch Menschen, die nicht im Heim leben müssen ...
Wem sagst Du das? In meiner schlimmsten Zeit (etwa November 89 bis April 90) waren Menschen, denen ich voll vertraute, genauso selten wie dreieiige Zwillinge; mit anderen Worten, es gab keine.
Viele Freunde und Bekannte zu haben, bedeutet nämlich ...
In dieser Zeit hätte ich eher einem Menschen begegnen können, der mit 70 noch beide Eltern hat, als einem, dem ich voll vertraut hätte; und das schreibe ich nicht nur so, das MEINE ich auch so!
Es tröstet dich vielleicht ein bißchen, wenn du bedenkst ...
Auf einer früheren Station gab es eine Schwester, die ich als Stern in der Dunkelheit ansehen würde. Sie war die einzige, der ich in dieser Zeit vertraute! Der GRUND, warum das so war, ist allerdings sehr traurig: Sie hat in einer einzigen Nacht beide Eltern und beide Schwiegereltern verloren!!
Der Verlust eines derartigen Menschen bietet dann ...
Eine andere Schwester dieser Station war genau das Gegenteil. Sie trägt die Hauptschuld an meinem damaligen Zustand (physisch wie psychisch).
Nach dem Ende einer Beziehung ist man oft erst wieder ...
So kann man das nicht sehen (s. o.).
Leben heißt auch Veränderung und Mut sich auf Neues einzulassen.
Damit bin ich vorsichtig geworden: Auf ebendieser Station gab es eine Stationshilfe, die nach drei Tagen meine zweite Vertrauensperson war; und nach drei JAHREN war sie die zweite von UNTEN!!
Nochmals vielen Dank und alles erdenklich Gute!
Freddy
PS: Wie alt bist Du? Ich werde morgen 44. (Bist Du "m" oder "w"?)
Übrigens werde ich den Gedanken nicht los, daß auch Du ernste Sorgen haben könntest.