RE: magersucht
Diagnostische Kriterien für Magersucht nach DSM
-Weigerung, das für Minimum des für Alter und Größe normale Gewicht zu halten
-ausgräprägte Ängste vor einer Gewichtszunahme oder davor, dick zu werden trotz bestehenden Untergewichts
-Ausbleiben der Periode in mind. 3 aufeinanderfolgenden Zyklen (Amenorrhoe) - wiedereinsetzen nach Verabreichung von Östrogenen
Psychische Aspekte spielen also eine wichtige Rolle. Es gibt sicherlich junge Frauen, die schon immer sehr zart und untergewichtig waren und die auch Zyklusstörungen aufweisen, die man aber nicht als magersüchtig bezeichnen würde.
Ein BMI von 16,8 weißt auf eine mittelschwere Mangelernährung hin - ein Zustand, der nicht ersterbenswert ist, und eine Gewichtszunahme ist in gesundheitlicher Sicht empfehlenswert. Es ist denkbar, dass die Ermüdungserscheinungen damit in Zusammenhang stehen, denn der Körper hat ja wenig Reserven, und wer wenig ißt, hat meistens auch Probleme, den Bedarf an Nährstoffen zu decken. Müdigkeit ist häufig ein Zeichen für eine Anämie, also ein Mangel an roten Blutkörperchen bzw. rotem Blutfarbstoff, was durch eine unzureichende Versorgung mit Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure bedingt sein könnte.
Das Ausbleiben der Periode steht mit ziemlicher Sicherheit mit dem geringen BMI in Zusammenhang. Wenn dem Körper nicht ausreichend Energie und Nährstoffe zur Verfügung gestellt werden, muß er sehr sparsam damit umgehen, um zu überleben. Eine typische Folge sind Zyklusstörungen infolge einer unzureichenden Östrogenbildung. Durch medikamentöse Hormongabe kann der Hormonmangel ausgeglichen und der Zyklus aufrecht erhalten werden. Durch Gewichtszunahme (auch das Fettgewebe produziert Östrogene) reguliert sich der Hormonhaushalt meistens von selbst.