Re: Bestrahlung nach Gebärmutterkebs
Sie haben ein Stadium Ib. Generell gibt es Untersuchungen, die belegen, dass durch eine postoperative Bestrahlung das Risiko für ein Lokalrezidiv in diesem Stadium gesenkt wird. Ein daraus resultierender Überlebensvorteil (Gesamtüberleben, nicht rezidivfreies Überleben) ist statistisch grenzwertig, also eventuell nur gering. Denken Sie aber daran, dass auch ein Lokalrezidiv nicht besonders schön ist, selbst wenn man durch erneute Op und Radiochemotherapie die Sache noch einmal in den Griff bekommt.
In Ihrem Fall würde man gerne die weiteren Risikofaktoren kennen, um das Rezidivrisiko einschätzen zu können: Tumorgröße (< oder > 4 cm), Lymphangiosis (Lymphgefäßbefall), Hämangiosis (Einbruch in Blutgefäße), Infiltrationstiefe, Grading (G3?). Das steht alles in Ihrem histopathologischen Befund. Insbesondere wenn der Tumor > 4 cm wäre (Stadium Ib2), würde man eher zur Bestrahlung (ev. sogar Radiochemotherapie) raten. Vielleicht lesen Sie mal selbst in den „Leitlinien Zervixkarzinom“ (über Google), damit Sie die Komplexität sehen.
Eine weitere Frage ist, welche Bestrahlungstechnik. Wenn hier nur eine Afterloading-Therapie des Scheidenstumpfes empfohlen wird, würde ich nicht lange zögern. Das ist eine harmlose Kleinraumbestrahlung aus wenigen Sitzungen. Schon anders sieht es mit einer zusätzlichen Bestrahlung des kleinen Beckens und der Lymphabflusswege aus. Das wäre eine 5-6 wöchige Bestrahlung mit etwas größerer Belastung. Das hängt mit dem LK-Risiko zusammen (Lymphangiosis?). Ich kann so nicht einschätzen, ob das hier zu empfehlen ist.
Zumindest sollten Sie die Wichtigkeit Ihrer Entscheidung richtig einordnen. Sie ist existentiell. Es geht hier um Heilung oder Nichtheilung von Ihrer Krebserkrankung. Die Frage ist: braucht man eine Nachbehandlung für die Heilung (sind also noch Krebszellen im Körper ja/nein, und wenn ja, wo befinden sie sich: am Scheidenstumpf/in den LK oder wo sonst?).